Klöppeln lernen
(für Erwachsene)
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| Vorbemerkung |
| Da Sie auf diese Seite gelangt sind, gehe
ich davon aus, daß Sie sich für das Klöppeln interessieren.
Und ich vermute, daß Sie schon auf anderen Seiten unserer Website
einen ersten Einblick über die Möglichkeiten gewonnen haben,
die sich Ihnen mit diesem Hobby bieten.
Ansonsten empfehle ich Ihnen, doch mal
auf unsere Seite mit Grundinformationen über
das Klöppeln zu schauen.
Nützlich beim Einstieg sind auch die
Seiten über traditionelle und moderne
Spitze. Vielleicht interessiert Sie auch die "Klöppelszene",
mit der Sie Kontakt bekommen könnten.
Der folgende Schnupper-Kurs ist für
das Klöppeln auf dem Flachkissen geschrieben, weil sich hier das Material
leichter improvisieren läßt und einteilige Klöppel preisgünstiger
sind als Hülsenklöppel für die Rolle. Über die Unterschiede
können Sie sich nochmal auf der Seite "Informationen
für Anfänger" informieren
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Was Sie von dieser Einführung
erwarten können
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Sie bekommen einige Hinweise zu den vorbereitenden Arbeiten.
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Sie finden einen kurzen Schnupper-Kurs
zum
Klöppeln (auf einem Flachkissen), der Ihnen zeigt, wie Sie ein erstes
Bändchen klöppeln. So können Sie leicht ausprobieren, ob
Sie am Klöppeln Spaß haben und ob Sie sich näher damit
befassen wollen.
Übrigens: Ich habe auch eine Anleitung für Kinder geschrieben; Sie finden sie hier..
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weiter zu: Was man vorbereiten muß
oder direkt zu: Schnupper-Kurs
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| 1) Was man vorbereiten muß |
Zunächst:
Was brauchen Sie zum Klöppeln?
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Klöppelkissen. Für die ersten
Versuche können Sie sich ein Stück Styropor (ca 50x50 cm, 3-6
cm dick) aus dem Baumarkt holen, mit Molton abdecken und einen nicht fusselnden,
dunklen Stoff darüber ziehen (Wenn sie nicht gleich einen Überzug
nähen wollen, läßt er sich mit Stecknadeln am Styropor
befestigen)
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ca 12 Klöppel. Hier ist das Iimprovisieren
etwas schwieriger. Sie können für jeden Klöppel ein ca 15
cm langes Holzstäbchen nehmen und drei darauf passende dicke Holzperlen.
Die Holzperlen werden so auf das Stäbchen verteilt und festgeklebt,
daß an jedem Ende eine sitzt und die dritte ca 5 cm von einem Ende
entfernt. Das längere Teil ist der Griff, das kürzere das Garnfach.
Wenn Ihnen das zu umständlich sein sollte, bieten wir Ihnen 24 einfache
dänische Klöppel preisgünstig an
und Sie können dann gleich richtig loslegen.
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Garn (für erste Versuche glattes
Baumwoll-Häkelgarn Stärke 20 oder 10)
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Viele Stecknadeln und natürlich
eine Schere; später auch kariertes Papier
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Wenn Ihnen das Improvisieren
zu umständlich ist: Wir bieten Ihnen Anfängerpakete mit
Flachkissen oder Rolle an:
Anfängerpaket
Flachkissen (Best. 02020) :
einfaches Styrodur-Flachkissen
24 dänische Klöppel
50 gr Stecknadeln 30 x 0,7
1 Rolle Leinenzwirn 35/2 oder 35/3
Häkelnadel 0,75
Als Lehrbuch: Ulrike Löhr, Klöppel-Kurs
Anfängerpaket Rolle (Best. 02520):
Klöppelrolle 35 cm
Tischkästchen
24 Hülsenklöppel
50 gr Stecknadeln 30 x 0,7
1 Rolle Leinenzwirn 35/2 oder 35/3
Häkelnadel 0,74
10 Aufstecknadeln
Als Lehrbuch: die Klöppelfibel
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| Wie das Garn auf die Klöppel kommt
Vor das Klöppeln haben die Klöppelgötter
das Wickeln gesetzt. Da das Garn ja von den Klöppeln herunter gearbeitet
werden soll, muß es erst auf die Klöppel aufgebracht werden.
Das ist mühsam und wenn Sie später intensiv klöppeln, können
Sie sich eine Wickelmaschine dazu anschaffen. Zunächst muß und
sollte man das aber mit der Hand machen.
Das Wickeln
So sieht ein einfacher dänischer Klöppel
aus:
Nehmen Sie den unteren (längeren)
Teil des Klöppels (das ist der "Griff") in die linke Hand, so daß
der Kopf nach rechts zeigt. Legen Sie das Ende eines Fadens (nicht vom
Knäuel abschneiden) vor den oberen Teil (das "Garnfach") und halten
es so mit dem Daumen fest, wie es die Abbildung unten zeigt.
Dann wickeln Sie den Faden mit der rechten
Hand von sich weg auf das kurze Garnfach des Klöppels und auch über
den Anfang des Fadens, damit der nicht wegrutscht.
Wenn Sie etwas Garn aufgewickelt haben,
dann benötigen Sie eine Schlaufe, mit der das Garn am Klöppel
befestigt wird, ohne daß man gleich Knoten macht. Man muß ja
beim Klöppeln den Faden mit einer Bewegung verlängern können.
Die Schlaufe
Wenn Sie richtig gewickelt haben, hängt
der Faden hinter dem Klöppel herunter. Mit diesem Faden bilden Sie
eine nach oben stehende Schlaufe, bei der der zum Knäuel laufende
Faden hinter dem vom Klöppel kommenden liegt.
Diese Schlaufe wird von vorn über
den Klöppelkopf gelegt und angezogen.
Sollte sich nachher das Garn unter Zug
leicht vom Klöppel abwickeln, stimmt mit der Schlaufe etwas nicht.
Da wir beim Klöppeln immer mit Paaren
arbeiten, sollte am anderen Ende des Fadens ebenfalls ein Klöppel
angebracht werden. D.h. Sie müssen nun ein Stück Faden vom Knäuel
abwickeln (nicht zu viel) und mit diesem Ende einen zweiten Klöppel
ebenso bewickeln und mit einer Schlaufe befestigen wie den ersten. Beide
Klöppel sollten zuletzt ca 15 cm Faden zwischen sich haben.
Verlängert wird der Faden während
der Arbeit, in dem man den Klöppel in die rechte Hand nimmt und mit
etwas Zug auf sich zu dreht (wie alles beim Klöppeln braucht auch
das etwas Übung).
Für den ersten Flechter brauchen
Sie zwei Paare, aber sicherlich ist es sinnvoller, wenn Sie erst noch weitere
Paare bewickeln, um etwas Sicherheit darin zu bekommen.
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weiter zu: Schnupper-Kurs
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| 2) Schnupper-Kurs
zum Flachkissenklöppeln |
| Nach der Vorbereitung geht es jetzt endlich ans Klöppeln!
Legen Sie Ihr Klöppelkissen flach
auf den Tisch, stecken Sie in der Mitte eine Nadel hinein und hängen
Sie zwei Paare darüber. Die beiden rechten und die beiden linken Klöppel
bilden jetzt je 1 Paar.
Die erste Bewegung heißt "Kreuzen"
und passiert zwischen den Paaren: der rechte Klöppel des linken Paares
wird nach rechts über den linken Klöppel des rechten Paares gelegt.
Jetzt haben Sie zwei neue Paare.
Die zweite Bewegung, die Sie mit ihnen
machen, nennt sich "Drehen": Dabei wird jeweils der rechte
Klöppel jedes Paares nach links über den linken gelegt.
Bewegen Sie die Klöppel des rechten
Paares immer mit der rechten Hand (genauer: mit den Fingerspitzen) und
die des linken mit der linken. Wechseln Sie sie nicht von einer Hand in
die andere, sondern legen Sie sie hin.
Nochmal:
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Kreuzen geschieht zwischen den Paaren:
der rechte des linken Paares geht über den linken des rechten Paares.
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Drehen ist das, was ein Paar für
sich macht: der jeweils rechte Klöppel geht über den linken.
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Man spricht beim Klöppeln von "Schlägen"
und Drehen-Kreuzen ist ein Halbschlag.
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Machen Sie diese beiden Bewegungen fortlaufend,
dann erhalten Sie einen Flechter. Versuchen Sie, jeweils nach dem
Kreuzen die beiden Paare zurecht zu rücken, damit der Flechter nicht
zu locker wird. Nach einigen dieser Schläge stecken Sie eine Nadel
unter eine Kreuzung, damit der Flechter wieder Halt bekommt.
Irgendwann wird er zu lang werden und
Sie müssen die Anfangsnadel ein Stück hoch stecken. Sie können
auch mit zwei weiteren Ihrer bewickelten Paare daneben einen zweiten Flechter
anfangen und einen dritten.
Wichtig ist, daß Sie lernen, was
Kreuzen und was Drehen ist, denn das sind die Grundeinheiten des Klöppelns.
Schließen Sie die Flechter mit einem
einfachen Knoten ab, schneiden Sie die Fäden ab und verknoten
Sie sie erneut zu Paaren.
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Wenn Sie jetzt weiter machen wollen, sollten
Sie sich dazu schon einen ersten Klöppelbrief anfertigen. Der
Klöppelbrief ist die Vorlage, auf der gearbeitet wird. Auf ihm ist
die Form der Spitze zu sehen und es sind Punkte eingezeichnet, in die beim
Klöppeln Stecknadeln gesteckt werden.
Für
den ersten Klöppelbrief nehmen Sie am besten kariertes Papier. Wir
gehen davon aus, daß Sie mit 6 Paaren weiterarbeiten. Zeichnen Sie
eine senkrechte Reihe von Punkten, die immer einen halben cm Abstand haben
(also jede Kästchenkreuzung). Im Abstand von drei Kästchen markieren
Sie rechts eine Reihe, die immer zwischen den Kästchen sitzt.
Zwischen diesen Punkten können Sie
jetzt eine Zickzack-Linie zeichnen.
Das ist Ihr Klöppelbrief und den sollten
Sie ausschneiden und mit Stecknadeln auf der Mitte des Kissens befestigen
(Nadeln bis zum Kopf ins Kissen stecken, damit Sie nicht daran hängen
bleiben). Normalerweise klebt man den Brief auf ein Stück Pappe (Sie
können ein Stück von einer Cornflakes-Schachtel nehmen o.ä.),
damit die Nadeln besser halten - für ein einfaches Übungsstück
ist das aber nicht unbedingt notwendig.
In den obersten Punkt (das müßte
der links oben sein) stecken Sie eine Nadel und hängen Ihre beiden
ersten Paare darüber. Die weiteren vier Paare werden ebenfalls über
Nadeln gehängt, die Sie über die drei Kästchen verteilen.
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| Ihr erstes Band
Nun kann es mit dem ersten Band losgehen.
Sie beginnen mit den beiden Paaren links
und
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kreuzen und drehen, wie Sie es schon
beim Flechter gemacht haben, nun aber kreuzen Sie danach mit denselben
beiden Paaren noch einmal.
Schauen Sie sich das Ergebnis mal genau an:
Die beiden Paare müßten jetzt den Platz vertauscht haben und
die Verbindung müßte wie ein kleines Stückchen Leinen aussehen.
Deshalb nennt man
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kreuzen - drehen - kreuzen einen Leinenschlag.
So sieht dieser Schlag in einer Fadenzeichnung
aus:
Das linke Paar wird jetzt zur Seite gelegt
und das rechte soll die ganze Reihe nach rechts im Leinenschlag weiter
geklöppelt werden. Es wird deshalb auch "Läuferpaar" oder
"Führpaar" genannt. Machen Sie also jetzt bitte auch mit dem nächsten
Paar "kreuzen - drehen - kreuzen", legen Sie wiederum das linke Paar zur
Seite und nehmen Sie das nächste rechte dazu. Am Ende der Reihe schauen
Sie sich am besten das Ergebnis noch einmal an. Es dürften nirgendwo
zwei Fäden zugleich über einen anderen laufen.
Sie sind jetzt bei der Nadel rechts angelangt.
Bitte drehen Sie Ihr Läuferpaar einmal (nicht vergessen, drehen heißt
immer: rechten Klöppel des Paares über den linken legen), sozusagen
zur Beendigung der Reihe. Stecken Sie eine Nadel unter Ihr Läuferpaar
in den Nadelpunkt.
So sieht Ihre erste Reihe aus:
Es ist jetzt bereit, auf die linke Seite
zurück zu gehen und die Nadel rechts verhindert, daß dabei das
Band zusammengezogen wird.
Das Läuferpaar liegt jetzt also rechts
und macht den Leinenschlag mit dem ersten Paar links auf die gleiche Weise
wie auf dem Hinweg: kreuzen - (beide Paare) drehen - kreuzen - Paar nach
rechts weglegen, nach links weitergehen.
Auch auf der linken Seite wird am Ende
der Reihe das Läuferpaar 1 x zusätzlich gedreht, eine Nadel in
den Punkt gesteckt, das Läuferpaar geht außen um die Nadel herum
und kann sich auf den Weg nach rechts machen.
Auf diese Weise können Sie Ihr erstes
Band klöppeln. Alle paar Reihen sollten Sie aber auch noch die Paare
zurechtziehen, indem Sie das Läuferpaar leicht gespannt halten und
auch die senkrechten Paare (man nennt sie "Rißpaare" oder "hängende
Paare") der Reihe nach leicht anziehen. Prüfen Sie auch immer
einmal, ob sich tatsächlich eine Art "Stoff" ergibt. Wenn Sie Fehler
entdecken, kann es sein, daß sich die Klöppel doch einmal unbemerkt
verdeht haben. Da das ganze Teil sicherlich noch ziemlich locker ist, sollten
Sie nicht zu früh die obersten Nadeln ziehen. Haben Sie unten zu wenig
Platz, dann müssen Sie alle Nadeln herausziehen (dabei sollte kein
Zug auf den Klöppeln liegen) und das Geklöppelte vorsichtig weiter
oben auf dem Kissen befestigen.
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Und wie gehts weiter?
Wird Ihnen der Leinenschlag zu langweilig
und Sie möchten Muster machen? Am einfachsten geht es, indem Sie die
Paare zwischen den Leinenschlägen zusätzlich drehen. Sie erhalten
so eine festere, gitterartige Struktur. Einen Leinenschlag mit zusätzlicher
Drehung nennt man übrigens einen "Ganzschlag" und das sieht
in der Fadenzeichnung so aus:
Und so sieht eine Reihe im Ganzschlag
aus:

Wenn Sie Ihr Band beenden wollen, können
Sie z.B. nach der letzte Reihe noch drei Flechter klöppeln und
diese mit einem Knoten beenden.
Beendet ist damit auch unser Einstieg in
einen Klöppelkurs. |
| Wenn Sie ein wenig Spaß an diesem
ersten Bändchen bekommen haben und weiter Klöppeln lernen wollen,
dann empfehle ich Ihnen, einen Kurs
zu besuchen. Sie haben vielleicht gemerkt,
daß sich manches schlecht beschreiben läßt und
sicherlich
leichter zu verstehen und zu lernen ist, wenn man es vorgemacht
bekommt. Auf der Seite "Anfänger-Informationen" gebe ich einige
Hinweise, wie
Sie einen Klöppelkurs finden können. Dort finden Sie auch
Empfehlungen zu einigen
guten Anfängerbüchern. |
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