unsere Stadt: Chemnitz

Geschichte - heute - Kultur/Tourismus - Anreise

 
 
Logo Klöppelkiste
 
1)  Chemnitz - eine  Metropole der Textilindustrie
Die erste Fabrik in Sachsen...

...und zweitälteste in Deutschland liegt in Hartau an der Chemnitz, wenige Kilometer flußaufwärts vom Stadtzentrum.  Diese mechanische Baumwollspinnerei erhielt 1799 die Genehmigung vom sächsischen König, 1803/4 wurden die bis heute erhaltenen ersten Gebäude - in eindrucksvoller Palais-Architektur - errichtet. Etwa gleichzeitig entstand auch direkt am Stadtrand von Chemnitz eine zweite Fabrik der..
Die Kontinentalsperre Napoleons schottete Deutschland damals von der übermächtigen englischen Industrie ab und bot die Chance für einen Einstieg in die neue Form der Garnherstellung.

Die ersten Spinnmaschinen waren aus England importiert worden; doch aus den Reparturwerkstätten der Spinnfabriken entwickelten sich eigene Betriebe, die Spinnmaschinen herstellten und weiterentwickelten. Der Textilmaschinenbau wurde so zu einem Rückgrat der Chemitzer Industrie; er trieb die technische Innovation der Chemnitzer Spinnereien und Webereien voran, und stärkte die anderen Kernbereiche der Chemnitzer Industrie: den Werkzeugmaschinenbau und den Maschinenbau allgemein (z.B. Lokomotiven).

Chemnitz wurde im 19. Jahrhundert zur Recht das "Sächsische Manchester" genannt. Es entwickelte sich rasch zu einer wirtschaftlich starken Großstadt. Um 1900 hatte Chemnitz bei den Patentanmeldungen, beim Gewerbeaufkommen und anderen wichtigen wirtschaftlichen Daten (je Einwohner gerechnet) die Spitzenstellung im Deutschen Reich.

Im 20 Jahrhundert wurde die Industrie breiter gefächert. Hinzu kamen z.B. Fahrradproduktion (Elite-Diamant, Presto, Wanderer), Automobilindustrie (Wanderer, Konzernzentrale der Auto-Union) und die Chemie (Beyer-Tinten, FEWA-Waschmittel)

Karl-Marx-Stadt

1953 wurde Chemnitz durch Beschluß der zentralen Gremien der DDR in Karl-Marx-Stadt umbenannt - nicht weil es irgendeine Beziehung von Karl Marx zu Chemnitz geben hätte, sondern weil Chemnitz die stärkste Industriestadt  in der DDR war - und damit ein wichtiger Ort der Arbeiterklasse. Auch in Produktionszahlen, im politischen Gewicht und in der anspruchsvollen Neugestaltung der Innenstadt läßt sich die bedeutende Stellung von Karl-Marx-Stadt, das nun auch Bezirksstadt für den bevölkerung- und industriereichsten Bezirk der DDR wurde, ablesen.

Textilindustrie und Textilmaschinenbau spielten weiter eine zentrale Rolle in der Produktion und bei den Exporten nach Ost und West. Durch die Entwicklungsabteilungen der Kombinate und durch die zur Technischen Universität aufgewertete Hochschule wurde Karl-Marx-Stadt zu einem Zentrum der Innovation in Textilmaschinenbau  und -produktion (z.B. die Wirktechnik MALIMO).

 
2)  Chemnitz - eine der dynamischsten Städte in den neuen Bundesländern
1998 gab es in Karl-Marx-Stadt bei etwa 320.000 Einwohnern rund 90.000 Industriearbeitsplätze. Fünf Jahre später waren es noch 270.000 Einwohner und rund 15.000 Industriearbeitsplätze. Eine solche Strukturkrise hinterläßt natürlich auch tiefe Spuren bei der Identität und beim Selbstwertgefühl einer Stadt, die sich seit zwei Jahrhunderten als sehr erfolgreiche Industriestadt profiliert hat.

Der Verlust der Ost-Märkte, der erschwerte Absatz im Westen und das Ausbleiben  - außer VW und Siemens - großer industrieller Investoren haben die Chemnnitzer Industrie in diese tiefe wirtschaftliche Krise gestürzt. Doch das hohe Potential und Engagement der Ingenieure und Existenzgründer wie auch die Neuorientierung der Technischen Universität und die Fördermöglichkeiten durch BRD und EU haben einem Neuanfang ermöglicht.

Entgegen manchen negativen Prognosen hat sich die Situation in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Bereits 1997 hat der Chemnitzer Werkzeugmaschinenbau wieder denselben Produktionswert (in Dollar gerechnet) erzielt wie vor der Wende - mit etwa einem Siebtel der Beschäftigten! Auch bei den allgemeinen Wirtschaftsdaten (z.B. Patentanmeldungen, Beschäftigtenquote, Kaufkraft) liegt Chemnitz seit  mehreren Jahren auf Spitzenplätzen unter den Städten der neuen Bundesländer. Die TU erreicht regelmäßig Top-Wertungen bei den Ranking-Listen der deutschen Universitäten.

Der Textilmaschinenbau trägt diese positive Entwicklung mit. Selbst die Textilproduktion wurde nicht aufgegeben oder in andere Länder verlagert, sondern mit neuen Marketing-Konzepten (z.B. bruno banani) oder durch Erschließung neuer Spezialmärkte (z.B. Industrie-Wirkstoffe) wiederbelebt.

Am sichtbarsten ist das "neue Chemnitz" im Wohnungs- und Städtebau. Die Renovierung der großen gründerzeitlichen Stadtviertel (Kaßberg und Schloßberg) ist eine ebeno große Leistung wie die völlige Neugestaltung des Stadtzentrums durch bekannte Architekten wie Jahn, Kollhoff, Brune, Ingenhoven. Zwischen 1997 und 2002 werden rund ums Chemnitzer Rathaus etwa 1 Milliarde DM investiert!

 
3)  Chemnitz - Kultur und Tourismus
In Chemnitz gibt es viel zu besichtigen und zu besuchen:
  • historische Baudenkmale: Roter Turm, Jakobikirche, ehem. Benediktinerabtei und kurfürstliches Schloß, Schloßkirche, Burg Rabenstein, Sitftskirche Ebersdorf, Wasserschoß Klaffenbach
  • Baudenkmale der Moderne: Rathaus (mit Großbild von Klinger), Oper, König-Albert-Museum, ehem. Kaufhaus Schocken (von Mendelssohn), Fabrikarchitektur, Stadthalle
  • renovierte Stadtviertel der Kaiserzeit: Kaßberg, Schloßberg, Sonnenberg 
  • die neue Innenstadt: Kaufhaus- und Geschäftsbauten (von Jahn, Kollhoff, Brune, Ingenhoven u.a.)
  • erneuerte Grünanlagen: Stadtpark, Schloßteichanlagen, Schloßbergpark, Küchwald
  • Theater und Musik: Stadthalle, Oper, Theater, Ballett, Robert-Schumann-Philharmonie, Figurentheater
  • neun Museen: Kunstsammlungen, Naturkundemuseum, Schloßbergmuseum, Industriemuseum, Deutsches SPIELEmuseum, Neue Sächsische Galerie,  Sächsische Fahrzeugmuseum, Sächsische Eisenbahnmuseum, Schulmuseum
  • und - am meisten fotografiert - der überdimensionale Karl-Marx-Kopf
Detaillierte touristische und kulturelle Informationen bietet die Website der Stadt Chemnitz.
Thema "Textil"

Bei der Bedeutung der Textilbranche für Chemnitz verwundert nicht, daß auch die  Museen  einiges zu bieten haben

  • die - nach Krefeld - bedeutendste deutsche Textilsammlung befindet sich in Chemnitz. Sie ist aus einer gewerblichern Textil-Mustersammlung hervorgegengen und bildet heute einen Teil der Kunstsammlungen der Stadt (im König-Albert- Museum am Theaterplatz). Auf Grund der Empfindlichkeit textiler Objekte ist es leider nicht möglich, sie in einer ständigen Ausstellung zu präsentiern. Ein bis zweimal im Jahr werden jedoch Sonderausstellungen aus diesem hervorragenden Bestand gezeigt. Für Fachpublikum gibt es zusätzlich die Möglichkeit, nach frühzeitiger Voranmeldung einige Stücke vorgelegt zu bekommen. Bitte wenden Sie sich an die Abteilungsleiterin, Frau Metz., Tel 0371-4884405.
  • (Öffnungszeiten und andere praktische Informationen finden Sie auf der Website der Stadt Chemnitz)
  • Das Industriemuseum Chemnitz hat seit seiner Gründung im Jahr 1990 die Maschinen der Textilproduktion  zu einem Sammlungsschwerpunkt gemacht. Schon die vorläufige Schau (Annaberger Straße  ) zeigt einige Meilensteine der Textilindustrie - mehrere Maschinen sind auch funktionsfähig. Auch bei der 2003 eröffneten Dauerausstellung im neuen Industriemuseum (Zwickauer Straße  ) wird die Textilidustrie eine wichtige Rolle einnehmen.
  • (Nähere Informationen auf der Website des Industriemuseums)
Auch einige ehemalige Textilfabriken sind einen Besuch wert:
  • Die berühmte Harthauer Spinnerei ist  - trotz ihres derzeit desolaten Zustands - ein eindrucksvolles Beispiel frühester deutscher Industriearchitektur. Nach vielen vergeblichen Bemühungen, eine neue und wirtschaftlich tragfähige Nutzung für dieses einzigartige Industriedenkmal zu finden, zeichnet sich derzeit eine Silberstreif am Horizont ab.
  • Die Weberei Tannenhauer bietet Besichtigung und Vorführung ihrer alten Maschinen an.
  • Das Produktionsgelände der Firma Schönherr wird derzeit in einen interessanten Kulturpark umgestaltet.
Ausflüge ins Erzgebirge

Chemnitz ist ein guter Standort für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Bundesstraßen, sowie Eisenbahn- und Autobuslinien bilden in Chemnitz einen Verkehrsknotenpunkt.

Zu den attraktivsten Ausflügen in die nähere Umgebung zählen - neben unserem Wasserschloß Klaffenbach - die Schlösser Lichtenwalde (mit barockem Schloßpark) und Augustusburg (mit mehreren Museen). 

Planen Sie doch Ihre Ausflüge ins Erzgebirge von Chemnitz aus. 
Mehr übers Erzgebirge ...

 
4)  Anreise und Orientierung 
Anreise mit Bahn und Bus 

Sie erreichen Chemnitz

  • mit dem IC / ICE über Leipzig (80 km entfernt; von dort aus City Expreß)
  • mit dem IC-T direkt von München, Stuttgart, Nürnberg, und Dresden 
  • mit dem Interregio direkt von Düsseldorf, Berlin und Rostock
Anreise mit PKW

Sie erreichen Chemnitz

  • aus Süd/Südwest: A 72 (aus Richtung Würzburg - Nürnberg - Hof), beste Abfahrt: Chemnitz-Süd
  • aus West: A 4 (aus Richtung Frankfurt - Kassel  - Erfurt ), beste Abfahrt: Chemnitz-Nord
  • aus Nordwest: A 14 / A 4 ( aus Richtung Hannover - Halle - Leipzig - Dreieck Nossen), beste Abfahrt: Chemnitz-Glösa
  • aus Nord:  A 13 / A 4 (aus Richtung Berlin), beste Abfahrt: Chemnitz-Glösa
  • aus  Ost: A 4 (aus Richtung Görlitz - Dresden), beste Abfahrt: Chemnitz-Glösa
Orientierungskarten bietet die Website der Stadt Chemnitz
 
 

zum Shop zum: Seitenbeginn

zur Homepage